Forschungsarbeit Masterstudium 2017, begleitet durch Prof. Markus Gasser
Die Arbeit ist eine Auseinandersetzung mit der Typologie der Grossform und ihrem Freiraumpotential. Dabei wird die Hypothese aufgestellt, dass besonders grossformatige Bauten aufgrund ihrer hohen Dichte und konzentrierten Bauvolumina grosszügigere Freiräume freispielen, die ein hohes Gestaltungspotential aufweisen. Der Begriff der Grossform wird in den ersten Kapiteln spezifisch definiert und zu verwandten Bautypologien und Terminologien abgegrenzt. Die historische Entwicklung wird durch ikonenhafte Bauten aufgezeigt und die Vorzüge von Grossformen anhand der Dichtethematik erläutert.
Die Methodik dieser Arbeit besteht darin, Grossformen aus unterschiedlichen Ländern und Bauepochen zu «sammeln» und sie in eine typologische Ordnung einzuteilen. Dabei überrascht die Grossform nicht nur durch ihre Dimension im Kontrast zu umgebenden Bauten, sondern weist auch ein beeindruckendes Spektrum unterschiedlichster Formate auf: von punktartigen Monolithen über lineare Zeilen und Scheiben mit einer Vielzahl an abgeknickten und gebogenen Transformationen bis hin zu hofartigen Komplexen und diversen Sonderformen.
Neben der Bautypologie liegt das Augenmerk auf den Siedlungsfreiräumen und ihrer Nutzbarkeit. Aus der Zusammenstellung der Grossformensammlung, selektiven Vor-Ort-Begehungen und der intensiven Recherche werden verschiedene Gestaltungsansätze zu Freiräumen von Grossformen ausgelesen und analysiert. Dabei wird auch auf die negativen Faktoren, die durch die bauliche Dichte und Höhe entstehen und das Wohlbefinden der Bewohner in der Nutzung des Freiraums beeinträchtigen, eingegangen. Zu ihnen zählen unter anderem Schattenwurf, Wind, Einsicht von oben oder ein mangelndes Sicherheitsgefühl im Aussenraum. Auch der Bezug zum menschlichen Massstab schwindet ab einer bestimmten Dimension der Grossform.
Mit gezielten Eingriffen in die Aussenraumgestaltung kann diesen negativen Aspekten entgegengewirkt werden und aus dem Gestaltungspotential der grosszügigen Freiräume, die Grossformen freispielen, geschöpft werden. Eine abschliessende Reflexion der Erkenntnisse fasst die Gestaltungsansätze in konzeptionelle Strategien zusammen. In Form eines Ausblicks zeigen sich mögliche weiterführende Forschungsthemen bezüglich Grossformen.









