Im Freiraum der neuen Besucherwerkstatt in Untersiggenthal wird die einstige Steinbruchlandschaft gezielt inszeniert. Die Alte Halle bleibt erhalten doch wird allseitig geöffnet. Der bestehende Belag wird zu einer präzisen Weg-Platz-Choreografie geschnitten, die den Parkplatz direkt mit dem Foyer verbindet. Während die unterschiedlich grossen Plätze als witterungsgeschützte Veranstaltungsorte und als Treffpunkt dienen, werden die verbleibenden Flächen aufgebrochen, um nach Spuren des alten Steinbruchs zu sondieren. Sie erscheinen als archäologischer Aufriss: dabei wird das vorgefundene Material aufgetürmt und zu einer neuen Landschaft gefügt, die Rückschlüsse auf die unterschiedlichen Schichten des einstigen Abbaus erahnen lässt. Entlang der gesamten Ostfassade der Halle bieten Sitzstufen einen besonderen Blick auf das Relief aus Belagbruchstücken, Kalksteinschotter und Steinbrocken.
Vom Bahnhof aus, erreichen die Besuchenden über Rampen und Stufen den Eingangsplatz zwischen Neubau und Halle. Hohe Pioniergehölze wie Föhren, Silber- und Zitterpappeln wachsen aus aufgebrochenen Flächen empor. Silbrig schimmernde, kalkliebende Flora sowie Wildtriebe spriessen zwischen den Schollen des Abbruchs und formen sinnliche Vegetationsbilder. In die Wegeflächen gefräste, offene Rinnen dienen der Entwässerung, indem sie Regen- und Dachwasser zu den Bäumen leiten und ökologische wertvolle wechselfeuchte Habitate entstehen lassen.
Auf der gegenüberliegenden Gleisseite, vor der dunklen Kulisse des bestehenden Waldes, entwickelt sich ein postindustrieller Baumhain aus schnellwachsenden, lichtliebenden Ruderalarten wie Weiden, Birken, Kiefern und Pappeln. Sie besiedeln das aufgefüllte Steinbruchterritorium und etablieren eine zweite Natur nach dem Abbau.
Phase
Architektur
Szenografie
Tragwerk
Perspektiven
Bauherrschaft
Offener Wettbewerb, 1. Preis, 2026-2028
Allen Crippa, Julian Meier
Aroma
co-strukt
domimages
Holcim



